Online-Veranstaltung zur AJA Gastfamilien-Kampagne: Austausch begeistert – und braucht mehr Sichtbarkeit

Online-Veranstaltung zur AJA Gastfamilien-Kampagne: Austausch begeistert – und braucht mehr Sichtbarkeit

Gastfamilienkampagne

Im Rahmen der AJA-Gastfamilien-Kampagne „Offene Türen, offene Herzen – Austausch braucht Gastfamilien“ fand am 26. März die Online-Veranstaltung „Von null auf hundert: Rückblicke – Einblicke – Ausblicke“ statt. Rund 60 Teilnehmende – viele von ihnen ehemalige Austauschschüler*innen und aktive oder frühere Gastfamilien – nutzten die Gelegenheit, um Erfahrungen zu teilen und gemeinsam zu überlegen, wie man mehr Gastfamilien gewinnen kann.

Besonders lebendig wurde die Veranstaltung durch persönliche Einblicke aus Gastfamilien: So berichtete Taha aus der Türkei von seiner Zeit bei seiner Gastfamilie in Bayreuth und seiner Überraschung darüber, dass in Deutschland sogar an Weihnachten gewandert wird. Silja aus Finnland, die bei einer Familie in Berlin lebt, stellte mit einem Augenzwinkern fest, dass ihr die in Deutschland üblichen drei Mahlzeiten am Tag „viel zu wenig“ seien.

Auch politische Stimmen unterstrichen die Bedeutung internationaler Begegnungen. Bei der Panel-Diskussion „Empowerment: Gute Rahmenbedingungen für Gastfamilien – aber wie?“ betonte die Bundestagsabgeordnete Aydan Özoguz (SPD): „Austausch ist immer wieder eine Überraschungstüte – so, wie wir Menschen eben sind! Austausch ist etwas, das einen lebendig hält.“ Die bayerische Landtagsabgeordnete Kerstin Celina (Bündnis 90/Die Grünen) hob hervor, wie prägend ein längerer Aufenthalt im Ausland sei: „Man ist ganz anders mit dem Kopf vor Ort, wenn man für ein ganzes Jahr im Austausch bleibt.“ Gleichzeitig plädierte die selbst als Gastmutter engagierte Celina dafür, auch kürzere Aufnahmezeiträume bekannter zu machen, um mögliche Hemmschwellen bei potenziellen Gastfamilien abzubauen.

In der anschließenden Diskussion wurden zentrale Herausforderungen deutlich: Während die Suche nach Schulplätzen regional sehr unterschiedlich verläuft, stellt insbesondere der aufwändige Visumsprozess für Schüler*innen aus Nicht-EU-Ländern eine große Hürde dar. Hier sahen die Teilnehmenden klaren politischen Handlungsbedarf.

In Kleingruppen wurde außerdem die Frage diskutiert, wie das Thema Austausch sichtbarer gemacht und mehr Gastfamilien gewonnen werden können. Einige konkrete Ansätze:

  • Vergabe einer Ehrenamtskarte auch für Gastfamilien
  • Gewinnung weiterer kommunaler Politiker*innen als Botschafter*innen
  • Transparente Kommunikation und umfassende Vorbereitung durch Austauschorganisationen
  • Mehr Flexibilität bei der Aufenthaltsdauer – auch kürzere Aufenthalte ermöglichen
  • Vereinfachung der Visaverfahren
  • Stärkeres Storytelling mit positiven Erfahrungsberichten
  • Ansprache neuer Zielgruppen – etwa Gastväter, Alleinerziehende oder queere Paare
  • Intensivere Nutzung lokaler Medien und Netzwerke, z. B. Sportvereine

Einigkeit bestand darüber, dass Gastfamilien selbst die wichtigsten Botschafter*innen sind. Ihre persönlichen Geschichten und Erfahrungen tragen entscheidend dazu bei, Ängste abzubauen und neue Familien für den interkulturellen Austausch zu begeistern.

Seit Juni 2025 läuft die AJA-Gastfamilien-Kampagne. Aktuell engagieren sich bereits 103 Botschafter*innen, um das wichtige Ehrenamt als Gastfamilie sichtbarer zu machen  – weitere Abgeordnete und kommunal Verantwortliche  sind jederzeit ausdrücklich willkommen!

Dr. Wiebke Esdar wird 100. Botschafterin der AJA-Gastfamilienkampagne „Offene Türen, offene Herzen – Austausch braucht Gastfamilien“

Dr. Wiebke Esdar wird 100. Botschafterin der AJA-Gastfamilienkampagne „Offene Türen, offene Herzen – Austausch braucht Gastfamilien“

Gastfamilienkampagne

Berlin, 23. März 2026

Die Bundestagsabgeordnete Dr. Wiebke Esdar engagiert sich als 100. Botschafterin für die Kampagne „Offene Türen, offene Herzen – Austausch braucht Gastfamilien“. Mit dieser Unterstützung setzt sie ein klares Zeichen für internationalen Schüleraustausch und ehrenamtliches Engagement.

Die SPD-Politikerin betont: „Gastfamilien ermöglichen jungen Menschen aus aller Welt, Deutschland hautnah zu erleben – und tragen so zu Weltoffenheit und gegenseitigem Verständnis bei. Jeder Austausch ist eine Chance, Brücken zwischen Kulturen zu bauen. Ich unterstütze die Kampagne, um dieses wichtige Engagement sichtbar zu machen.“

Mit Dr. Wiebke Esdar gewinnt die Kampagne eine Unterstützerin, die sich als stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion insbesondre bei den Themen Finanzen, Haushalt, Forschung sowie Kultur und Medien für soziale Gerechtigkeit und gesellschaftlichen Zusammenhalt einsetzt. Als 100. Botschafterin ist sie Teil eines stetig wachsenden Netzwerks von Politikerinnen und Politikern aus Bund, Ländern und Kommunen, die sich gemeinsam für die Stärkung des ehrenamtlichen Engagements von Gastfamilien einsetzen.

Zu wenige Gastfamilien in Deutschland
Jährlich kommen rund 1.500 Jugendliche aus aller Welt für ein halbes oder ganzes Schuljahr nach Deutschland. Sie leben in ehrenamtlich tätigen Gastfamilien, die sie als Familienmitglieder auf Zeit aufnehmen. Dieser Schüleraustausch fördert interkulturelle Kompetenzen vor Ort, baut Vorurteile ab und ermöglicht nachhaltige, persönliche Verbindungen und Freundschaften über Grenzen hinweg. Austauschschülerinnen und -schüler sowie ihre ehrenamtlichen Gastfamilien prägen somit auch das Bild eines offenen und attraktiven Deutschlands – im Inland wie im Ausland. Das Problem: In den vergangenen Jahren wurde es zunehmend schwieriger, ausreichend Gastfamilien zu gewinnen, um die hohe Nachfrage zu decken.

Bereicherung für das Familienleben
Vor diesem Hintergrund riefen der AJA Arbeitskreis gemeinnütziger Jugendaustausch und seine Mitgliedsorganisationen im Sommer 2025 die Kampagne „Offene Türen, offene Herzen – Austausch braucht Gastfamilien“ ins Leben. Ziel ist es, das Engagement von Gastfamilien sichtbar zu machen und weitere Familien für diese gesellschaftlich wichtige Aufgabe zu motivieren. AJA-Geschäftsführer Jan Schütte betont: „Gastfamilien sind so vielfältig wie die Lebensrealität in Deutschland: Egal ob Paare oder Lebensgemeinschaften mit und ohne Kinder, Patchwork-Familien, Alleinerziehende oder auch Alleinstehende: Fast jede und jeder kann Gastfamilie werden. Einem jungen Menschen ein Zuhause auf Zeit zu geben, bereichert das Familienleben und eröffnet neue Perspektiven.“

Weitere Informationen zur Kampagne sowie eine Übersicht aller Botschafterinnen und Botschafter sind unter: www.austausch-braucht-gastfamilien.de zu finden.

Internationaler Besuch im Bayerischen Landtag

Internationaler Besuch im Bayerischen Landtag

Gastfamilien Gastfamilienkampagne

Auf Einladung der Landtagsabgeordneten Kerstin Celina (Bündnis 90/Die Grünen) besuchten rund 40 Personen, darunter viele Gastfamilien gemeinsam mit ihren Gastschüler*innen aus Georgien, Türkei, Frankreich, USA, Finnland, Hongkong und Japan den Bayerischen Landtag.

Auf dem Programm standen zunächst eine informative Führung durch das Parlamentsgebäude sowie ein anschließendes persönliches Gespräch mit der Abgeordneten. Kerstin Celina war selbst schon mehrfach Gastmutter für Schüler*innen im internationalen Schüleraustausch und kennt daher die Belange von Gastfamilien sehr gut. In offener und lebendiger Atmosphäre wurden vielfältige Themen diskutiert. Ein Schwerpunkt lag auf der sprachlichen Vielfalt in Bayern – insbesondere den Dialekten – und den damit verbundenen Herausforderungen für Austauschschüler*innen und im Alltag.

Darüber hinaus wurde intensiv über die schwierige Schulplatzsuche für internationale Gäste gesprochen. Auch die Frage, was Familien motiviert, Gastfamilie zu werden, nahm breiten Raum ein. In diesem Zusammenhang entwickelte sich eine angeregte Diskussion darüber, ob und inwiefern finanzielle Anreize eine Rolle spielen sollten.

Spannende Einblicke gab es außerdem in die Abläufe von Sitzungen im Bayerischen Landtag.

Im Anschluss an das Gespräch wurden Erinnerungsfotos gemacht – sowohl einzelne Familienfotos mit der Abgeordneten als auch ein gemeinsames Gruppenbild. Den gelungenen Besuch ließ die Gruppe schließlich bei einer Stärkung in der Landtagsgaststätte ausklingen.

Der Besuch der Landtages erfolgte im Rahmen der AJA-Kampagne „Offene Türen, offene Herzen – Austausch braucht Gastfamilien“, mit dem Ziel, mehr Anerkennung und Sichtbarkeit für das gesellschaftlich wichtige Ehrenamt als Gastfamilie zu schaffen.

Fotos: frank schroth | fotografie

Online-Veranstaltung am 26. März: „Von null auf hundert: Rückblicke – Einblicke – Ausblicke

Online-Veranstaltung am 26. März: „Von null auf hundert: Rückblicke – Einblicke – Ausblicke

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Seit Juni 2025 läuft die AJA-Kampagne „Offene Türen, offene Herzen – Austausch braucht Gastfamilien“. Über 90 Botschafter*innen aus der Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik unterstützen aktuell die Kampagne und sorgen für mehr Sichtbarkeit und Anerkennung ehrenamtlicher Gastfamilien.

Zeit zurückzublicken und Bilanz zu ziehen, aber auch nach vorn zu schauen, um weitere Schritte zu planen. Dazu möchten wir zur Online-Veranstaltung „Von null auf hundert: Rückblicke – Einblicke – Ausblicke“ am Donnerstag, den 26. März 2026 von 18:00 – 19:45 einladen. Die Veranstaltung bringt Gastfamilien, Gastkinder, Ehrenamtliche aus den gemeinnützigen Austauschorganisationen und Botschafter*innen in den Dialog. Gemeinsam werden Fragen erörtert wie: Was kann getan werden, um mehr Menschen zu motivieren, Gastkinder aufzunehmen? Wo gibt es Stellschrauben in der Politik? Welche Rahmenbedingungen braucht es?

Anmeldung: https://us06web.zoom.us/meeting/register/mFrPO6xCTgKYGA3jHJi1dQ

Darum geht es:

  • Was wir mit der Kampagne gemeinsam erreicht haben
  • Persönliche Einblicke ins Gastfamilienleben
  • Panel-Diskussion mit Gastfamilien-Botschafterinnen Empowerment: Gute Rahmenbedingungen für Gastfamilien – aber wie? mit Aydan Özoguz, MdB (SPD und Kerstin Celina, MdL (Bündnis 90 / DIE GRÜNEN)
  • Dialog in Kleingruppen: Ehrenamtliche und Abgeordnete im Gespräch zur Stärkung von Gastfamilien-Engagement
  • Abschluss und gemeinsamer Ausblick


Einladung von Gastfamilien ins Hamburger Rathaus

Einladung von Gastfamilien ins Hamburger Rathaus

Gastfamilien Gastfamilienkampagne

Die Hamburger Bürgerschaftsabgeordnete Alske Freter (Bündnis 90/Die Grünen) engagiert sich für die AJA-Gastfamilienkampagne „Offene Türen, offene Herzen – Austausch braucht Gastfamilien“. Die Parlamentarierin war 2025 die erste Botschafterin – inzwischen haben mehr als 80 Abgeordnete aus Bundestag und Landesparlamenten nachgezogen, um das ehrenamtliche Engagement von Gastfamilien öffentlich zu würdigen und sichtbarer zu machen.

Alske Freter machte dies am vergangenen Samstag und empfing Gastfamilien mit ihren Gastkindern sowie Ehrenamtliche aus den AJA-Mitgliedsorganisationen AFS, Experiment, Partnership International und YFU im Hamburger Rathaus. Gleich zu Beginn ihrer Führung durch das 1897 erbaute Gebäude bekannte die Politikerin: „Ich war ein Jahr als Austauschschülerin mit YFU in Uruguay. Das war eine sehr prägende Erfahrung, weshalb mein Herz am Austausch hängt.“ Über den Plenarsaal und verschiedene repräsentative Räume endete die Tour in der Eingangshalle der Hamburgischen Bürgerschaft. Anschließend lud Alske Freter ihre 25 Gäste zum Gespräch – und fragte neugierig „Warum sind Sie Gastfamilie?“ oder „Was braucht es, um mehr Menschen zu überzeugen, Gastfamilie zu werden?“

Eine häufiges Motiv: nach persönlichen Austauscherfahrungen oder denen der Kinder etwas zurückgeben zu wollen. Zudem erleben sie als Gastfamilie auch zuhause einen Austausch. In einem waren sich viele auch einig: Es gibt insbesondere an Schulen zu wenig Informationen über Austauschprogramme, vorhandene Fördermöglichkeiten und über die Möglichkeit, Gastfamilie zu werden. Eine finanzielle Aufwandsentschädigung könne zudem helfen, um mehr Gastfamilien zu gewinnen. Ein Argument, das Alske Freter teilte, nicht ohne auf die chronische Knappheit der Haushalte in Bund und Ländern hinzuweisen. Gleichzeitig, da waren sich viele einig, ließe sich ehrenamtliches Engagement auf lokaler Ebene mit finanziellen Vergünstigungen anerkennen.  

Die Schlussrunde im Rathaus gehörte den Austauschschüler*innen wie Habiba aus Ägypten, Tornike aus Georgien, Iver aus Norwegen oder Esme aus den USA. Sie erzählten über ihre ersten Monate in Deutschland und das bunte Leben in ihren Gastfamilien. „Vielen Dank für diese Einladung und Wertschätzung“ war ein Satz, den Gastfamilien-Botschafterin Alske Freter am Schluss mehrfach hörte – und eine Wiederholung in Aussicht stellte.

Andreas Jung (MdB, CDU) ist der 50. Botschafter der Kampagne

Andreas Jung (MdB, CDU) ist der 50. Botschafter der Kampagne

Botschafter Gastfamilienkampagne

Andreas Jung, Mitglied des Deutschen Bundestages (CDU), ist der 50. Botschafter der bundesweiten Kampagne „Offene Türen, offene Herzen – Austausch braucht Gastfamilien“. Mit seinem Engagement setzt er ein starkes Zeichen für internationale Begegnung, interkulturelle Verständigung und die Bedeutung von ehrenamtlichen Gastfamilien im Schüleraustausch.

Etwa 2.000 Jugendliche aus aller Welt kommen pro Jahr für einen halb- oder einjährigen Schulbesuch nach Deutschland und leben in dieser Zeit in Gastfamilien. Dieser Schüleraustausch fördert nicht nur interkulturelle Kompetenzen, sondern ermöglicht auch persönliche Freundschaften über Grenzen hinweg. Zudem prägen Austauschschülerinnen und -schüler sowie ihre Gastfamilien das Bild eines offenen und attraktiven Deutschlands.

Andreas Jung unterstreicht die Bedeutung von Gastfamilien: „Freundschaft und Völkerverständigung leben vom direkten Austausch. Es geht eben nicht nur um Partnerschaften zwischen den Regierungen, sondern im Kern um Freundschaften zwischen den Menschen in unseren Ländern. Dabei spielen Gastfamilien eine entscheidende Rolle. Ihre Gastfreundschaft ermöglicht es jungen Menschen, Deutschland als offenes Land zu erleben. Daher unterstütze ich die Kampagne „Offene Türen, Offene Herzen“, um mehr Anerkennung für dieses wichtige Ehrenamt zu schaffen und mehr Menschen zu ermutigen, Gastfamilie zu werden.“

Mit dem Parlamentarier gewinnt die Kampagne einen engagierten Unterstützer, der sich seit vielen Jahren für internationale Zusammenarbeit, Nachhaltigkeit und gesellschaftlichen Zusammenhalt einsetzt. Als 50. Botschafter reiht er sich in eine wachsende Gruppe von Politikerinnen und Politikern aus Bund, Ländern und Kommunen ein, die sich im Rahmen der Kampagne für Gastfreundschaft und interkulturellen Austausch stark machen.

In den letzten Jahren ist es jedoch zunehmend schwieriger geworden, neue Gastfamilien zu finden und die hohe Nachfrage abzudecken. Deshalb riefen der AJA Arbeitskreis gemeinnütziger Jugendaustausch und seine Mitgliedsorganisationen im Sommer 2025 die Kampagne „Offene Türen, offene Herzen – Austausch braucht Gastfamilien“ ins Leben, um das Engagement von Gastfamilien sichtbar zu machen, mehr Familien für diese Aufgabe zu gewinnen und den internationalen Jugendaustausch nach Deutschland zu stärken. „Wir möchten unser bundesweites Netz aus Botschafter*innen noch ausbauen und laden weitere Abgeordnete in Bund und Ländern ein, sich bei der Kampagne zu engagieren“, erklärt AJA-Geschäftsführer Jan Schütte. 

Unser Weihnachten als Gastfamilie

Unser Weihnachten als Gastfamilie

Gastfamilien Gastfamilienkampagne

Familie Müller aus München war bereits mehrfach Gastfamilie. Seit dem Spätsommer lebt Luka (17) aus Georgien bei ihnen. Für ihn ist es das erste Weihnachten in Deutschland.

Gastmutter Kathrin freut sich darauf, diese besondere Zeit gemeinsam mit ihm zu erleben: „Durch Luka erleben wir die Vorweihnachtszeit noch einmal ganz neu. Dinge, die für uns selbstverständlich sind – wie der Nikolaustag oder ein Adventskalender – kennt er nicht. Seine Perspektive erinnert uns daran, wie besonders unsere Traditionen sind. Es ist schön, sie mit ihm zu teilen!“

Luka fühlt sich sehr wohl in Deutschland. Besonders die Menschen empfindet er als freundlich. Mit seiner Gastfamilie war er bereits in Berlin und einige Tage in Tübingen. Außerdem hat er gemeinsam mit seiner Gastschwester die Zugspitze bestiegen und München mit dem Fahrrad erkundet. Sonntags geht die Familie oft zu viert joggen – Erlebnisse, die für Luka zu wertvollen Erinnerungen an Deutschland werden.

Kathrin liegt noch etwas auf dem Herzen, das sie anderen Gastfamilien mitgeben möchte: „Scheinbar werden Jungs nicht so gerne von Gastfamilien aufgenommen. Für uns ist Luka auch der erste Gastsohn und wir sind begeistert. Beim Abendessen ist es lustig, eine weibliche und eine männliche Tischseite mit unterschiedlichen Ansichten und Eindrücken zu erleben. Für uns als Familie mit zwei Töchtern ist das eine tolle Bereicherung. Wir erleben auch uns selbst als Gastfamilie mit Erfahrung als routinierter und unerschrockener – das spricht dafür, nicht nur einmal jemanden aufzunehmen.“

Fotos frank schroth | fotografie
http://www.frankschroth.de

Ehrenamtliche im Austausch mit Sandra Khalatbari aus dem Abgeordnetenhaus Berlin

Ehrenamtliche im Austausch mit Sandra Khalatbari aus dem Abgeordnetenhaus Berlin

Gastfamilienkampagne Uncategorized

Wie Politik die Sichtbarkeit von Gastfamilien stärken kann
Ehrenamtliche der AJA-Organisationen kamen zu einem konstruktiven Meet & Greet mit Sandra Khalatbari (CDU), Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin, zusammen. Im Mittelpunkt des Gesprächs stand die Frage, wie Politik Gastfamilien, die einen zentralen Beitrag zum internationalen Schüleraustausch in Deutschland leisten, stärker unterstützen und sichtbarer machen kann.

Die Ehrenamtlichen betonten die wichtige Rolle von Gastfamilien für die interkulturelle Verständigung und schilderten ihre Erfahrungen aus der Praxis. Besonders hervorgehoben wurde der Wunsch nach mehr öffentlicher Anerkennung und einer breiteren politischen Kommunikation über den gesellschaftlichen Wert von Schüleraustausch und dem wichtigen Beitrag den Gastfamilien leisten für Weltoffenheit, Völkerverständigung, Toleranz und kulturelle Vielfalt in unserer Gesellschaft.

Sandra Khalatbari zeigte großes Interesse an den Anliegen. Sie ermutigte die Ehrenamtlichen auf Politiker*innen zuzugehen: „Es ist wichtig, dass ihr euch an uns wendet, euch einbringt und einmischt. Bleibt hartnäckig!“, betonte sie.

Gemeinsam diskutiert wurden unter anderem Möglichkeiten, weitere Botschafterinnen für die Kampagne zu gewinnen, die Öffentlichkeitsarbeit zu stärken und konkrete Maßnahmen wie einen Besuch des Abgeordnetenhauses für Gastfamilien zu realisieren. Khalatbari, bildungspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion und Vorsitzende des Ausschusses für Bildung, Soziales und Familie, sicherte zu, das Thema in ihre parlamentarische Arbeit mitzunehmen.

Besuch im Bundestag und Gespräch mit MdB Aydan Özoğuz (SPD)

Besuch im Bundestag und Gespräch mit MdB Aydan Özoğuz (SPD)

Gastfamilien Gastfamilienkampagne

Auf Einladung der Bundestagsabgeordneten und Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags Aydan Özoğuz (SPD) besuchten am 10. November mehr als 50 Gasteltern mit Gastkindern das Regierungsviertel in Berlin. Auf dem Programm standen ein Vortrag auf der Gästetribüne, ein persönliches Gespräch mit der Abgeordneten sowie ein Besuch der Reichstagskuppel.

Gastfamilie zu sein ist ein anspruchsvolles Ehrenamt. Familien öffnen für ein halbes oder ganzes Jahr ihr Zuhause und begleiten eine Austauschschülerin oder einen Austauschschüler während deren Zeit in Deutschland. Mit der Einladung in den Bundestag sollte dieses besondere Engagement gewürdigt werden.

Aydan Özoğuz, die auch den Ausschuss für Sport und Ehrenamt leitet, betonte im Gespräch die große Bedeutung des internationalen Schüleraustauschs für die Demokratie: Austausch schaffe Begegnung, baue Brücken und fördere gegenseitiges Verständnis. Als Patin des Parlamentarischen Patenschafts-Programms (PPP), eines Stipendienprogramms für den deutsch-amerikanischen Schüleraustausch, weiß sie, wie herausfordernd es derzeit ist, Gastfamilien zu finden. Umso mehr drückte sie den Gastfamilien ihren Dank und ihre Wertschätzung aus.

Im anschließenden Austausch wurde diskutiert, welche Hürden die Politik abbauen kann, um mehr Menschen für ein Ehrenamt als Gastfamilie zu gewinnen. So wurde von einigen Teilnehmenden beklagt, dass die Beschaffung von Visa und Aufenthaltsgenehmigungen aktuell einen hohen bürokratischen Aufwand für die Gastfamilien darstellt.

Der Bundestagbesuch war Teil der AJA-Gastfamilienkampagne „Offene Türen, offene Herzen – Austausch braucht Gastfamilien“, deren Botschafterin Aydan Özoğuz ist. Anne von Fircks, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit im AJA Arbeitskreis gemeinnütziger Jugendaustausch sagte dazu: „Wir danken Aydan Özoğuz herzlich für die Einladung in den Bundestag und für ihr Engagement für den internationalen Schüleraustausch. Ihr Einsatz zeigt, wie wichtig politische Unterstützung für das Ehrenamt der Gastfamilien ist.“

Raus aus dem Alltagstrott

Raus aus dem Alltagstrott

Gastfamilien Gastfamilienkampagne

Hallo! Wir sind Familie Schreyer aus Bayern: Uli und Sarah mit Aurelia (18) und Fiona (16). Ich (Sarah) war selber vor 30 Jahren Austauschschülerin und damals sogar zweimal Gastschwester. Jetzt ist die nächste Generation dran:  Aurelia hatte sich für ein Austauschjahr in Kanada mit YFU (Youth for Understanding) beworben und wir haben uns entschieden, in dieser Zeit eine Schülerin bei uns aufzunehmen, um einem jungen Menschen ein Austauschjahr zu ermöglichen und selber von dieser Erfahrung zu profitieren. Zuerst war Damarys aus Ecuador da, die aber nach drei Monaten zurückkehrte, weil sie überraschend einen Medizin-Studienplatz in den USA erhielt. Mit Damarys klappte das Zusammenleben super, deshalb wollten wir unsere Gastfamilien-Erfahrung gerne fortsetzten. Im Januar kam Mia aus Mexiko, eigentlich für ein halbes Jahr, aber sie fragte nach kurzer Zeit, ob sie auf ein ganzes Jahr verlängern könnte. Das freute uns natürlich und nach kurzer Überlegung und Rücksprache mit Aurelia in Kanada, die von dieser Idee gleich ganz begeistert war, waren wir einverstanden. Bevor Aurelia aus Kanada zurück kam, zogen wir im Haus noch zwei Zimmer um und jetzt sind wir zu fünft!

Natürlich bedeutet die Aufnahme eines Gastkindes eine Umstellung für das Familienleben, aber genau das macht auch den Reiz aus: Man wird ein bisschen aus seinem Alltagstrott herausgerissen, unternimmt auf einmal Dinge, die man schon lange nicht mehr gemacht hat, schon lange machen wollte oder auch komplett neu sind und lernt Vieles durch eine andere Perspektive kennen. Es macht Spaß, Mia unsere Region zu zeigen und selber neu kennenzulernen, aber auch, einfach den Alltag mit jemanden aus einer anderen Kultur zu teilen und miteinander immer vertrauter zu werden.

Wagt es und meldet euch als Gastfamilie – es lohnt sich!