Ein Jahr voller Begegnungen: Austauschschüler*innen und Gastfamilien ziehen Bilanz

Ein Jahr voller Begegnungen: Austauschschüler*innen und Gastfamilien ziehen Bilanz

Für viele internationale Gastschüler*innen geht im Juni ein prägendes Kapitel zu Ende: Nach einem halben oder ganzen Schuljahr heißt es Abschied nehmen von ihrer Gastfamilie, ihren Freunden und ihrem Alltag hier in Deutschland. Zurück bleiben zahlreiche Erinnerungen, neue Perspektiven und oft auch eine tiefe Verbundenheit mit einer neu gewonnenen zweiten Heimat.

Die 17-jährige Hanna aus Arizona verbrachte ihr Austauschjahr in Deutschland. Rückblickend sagt sie: „Für mich ist es eine zweite Heimat geworden. Ich liebe meine Gastfamilie. Außerdem liebe ich es, wie viel Geschichte in den Gebäuden und Städten hier steckt.

Auch Adham (17) aus Ägypten, der seinen Schüleraustausch in Bonn verbracht hat, blickt begeistert auf seine Zeit in Deutschland zurück. Besonders in Erinnerung geblieben sind ihm der Karneval sowie typisch schwäbische Spezialitäten wie Spätzle und Maultaschen. Gefragt nach typisch deutschen Dingen, fielen ihm und anderen Austauschschüler*innen sofort zwei Dinge ein: Brot und Wurst.

Wie wichtig die Gastfamilie für einen gelungenen Schüleraustausch ist, zeigt die Erfahrung von Elene (17 Jahre) aus Georgien, die ein Jahr lang in Schleswig-Holstein gelebt hat. „Ich bin sehr dankbar, hier zu sein und eine Familie wie meine Gastfamilie zu haben – sie haben diesen Ort wirklich zu einem zweiten Zuhause für mich gemacht“, erzählt sie.

Auch Noah aus den USA hat von seinem Austauschjahr in Deutschland profitiert: „Mein Austauschjahr war unvergesslich. Ich habe gelernt, Verantwortung für die Gemeinschaft zu übernehmen, habe beeindruckende Orte bereist, neue Freundschaften fürs Leben geschlossen und jede Menge Döner gegessen. Ich hatte das große Glück, dass so wunderbare Menschen in meiner Stadt lebten und ich meinen Horizont in Sachen kulturelles Verständnis erweitern konnte.“

Ähnliches berichtet Lindy (USA), die ihren Aufenthalt als eine der wichtigsten Erfahrungen ihres Lebens beschreibt: „Ich denke, dass es wichtig ist, andere Länder zu besuchen, Kulturen kennenzulernen und Sprachen zu lernen, um Menschen besser verstehen und wertschätzen zu können. Mein Austauschjahr war eine der bedeutendsten Erfahrungen meines Lebens. Ich werde das, was ich über mich selbst und die Welt gelernt habe, mein Leben lang mitnehmen. Außerdem habe ich viele neue Freunde gefunden, die mich hoffentlich ein Leben lang begleiten werden.“

Doch nicht nur die Austauschschüler*innen profitieren von dieser besonderen Zeit. Auch Gastfamilien erleben die Aufnahme eines jungen Menschen aus einem anderen Land als große Bereicherung. Stefan, Gastvater der Schülerin Elsa aus Shanghai, berichtet: „Wir sind als Familie noch enger zusammengewachsen und haben definitiv die Vielfalt unserer täglichen Küche erweitert.

Wie nachhaltig die Verbindungen sind, die durch einen Schüleraustausch entstehen, zeigt das Beispiel der Familie Barthelmes-Lietz. Nachdem ihre Gasttochter Laila ihr Austauschjahr in Deutschland beendet hatte, besuchte die Familie sie in ihrer Heimat Ägypten. „Es war superschön, Laila nach ihrem Austauschjahr wiederzusehen, weil wir sie wirklich vermissen“, erzählt die Familie. Zehn Tage verbrachten sie in Kairo, lernten ihre Familie kennen, feierten gemeinsam ihren 18. Geburtstag und wurden während des Ramadan zum traditionellen Fastenbrechen eingeladen.

Für die Familie steht fest: Gastfamilie zu werden lohnt sich. „Man gewinnt nicht nur ein neues Familienmitglied, sondern eine ganze Familie dazu. Man lernt unglaublich viel über andere Kulturen und Werte. Austausch ist immer ein Abenteuer und eröffnet neue Sichtweisen auf die Welt. Und vor allem: Es bringt Leben ins Haus.“

Die Erfahrungen der Gastschüler*innen sowie ihrer Gastfamilien zeigen, dass ein Schüleraustausch weit mehr ist als ein Auslandsaufenthalt. Er schafft Freundschaften, fördert interkulturelles Verständnis und baut Brücken zwischen Menschen, Ländern und Kulturen – oft weit über die Zeit des eigentlichen Austauschs hinaus.

Foto: Franz Josef

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