Unser Weihnachten als Gastfamilie

Unser Weihnachten als Gastfamilie

Gastfamilien Gastfamilienkampagne

Familie Müller aus München war bereits mehrfach Gastfamilie. Seit dem Spätsommer lebt Luka (17) aus Georgien bei ihnen. Für ihn ist es das erste Weihnachten in Deutschland.

Gastmutter Kathrin freut sich darauf, diese besondere Zeit gemeinsam mit ihm zu erleben: „Durch Luka erleben wir die Vorweihnachtszeit noch einmal ganz neu. Dinge, die für uns selbstverständlich sind – wie der Nikolaustag oder ein Adventskalender – kennt er nicht. Seine Perspektive erinnert uns daran, wie besonders unsere Traditionen sind. Es ist schön, sie mit ihm zu teilen!“

Luka fühlt sich sehr wohl in Deutschland. Besonders die Menschen empfindet er als freundlich. Mit seiner Gastfamilie war er bereits in Berlin und einige Tage in Tübingen. Außerdem hat er gemeinsam mit seiner Gastschwester die Zugspitze bestiegen und München mit dem Fahrrad erkundet. Sonntags geht die Familie oft zu viert joggen – Erlebnisse, die für Luka zu wertvollen Erinnerungen an Deutschland werden.

Kathrin liegt noch etwas auf dem Herzen, das sie anderen Gastfamilien mitgeben möchte: „Scheinbar werden Jungs nicht so gerne von Gastfamilien aufgenommen. Für uns ist Luka auch der erste Gastsohn und wir sind begeistert. Beim Abendessen ist es lustig, eine weibliche und eine männliche Tischseite mit unterschiedlichen Ansichten und Eindrücken zu erleben. Für uns als Familie mit zwei Töchtern ist das eine tolle Bereicherung. Wir erleben auch uns selbst als Gastfamilie mit Erfahrung als routinierter und unerschrockener – das spricht dafür, nicht nur einmal jemanden aufzunehmen.“

Fotos frank schroth | fotografie
http://www.frankschroth.de

Ehrenamtliche im Austausch mit Sandra Khalatbari aus dem Abgeordnetenhaus Berlin

Ehrenamtliche im Austausch mit Sandra Khalatbari aus dem Abgeordnetenhaus Berlin

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Wie Politik die Sichtbarkeit von Gastfamilien stärken kann
Ehrenamtliche der AJA-Organisationen kamen zu einem konstruktiven Meet & Greet mit Sandra Khalatbari (CDU), Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin, zusammen. Im Mittelpunkt des Gesprächs stand die Frage, wie Politik Gastfamilien, die einen zentralen Beitrag zum internationalen Schüleraustausch in Deutschland leisten, stärker unterstützen und sichtbarer machen kann.

Die Ehrenamtlichen betonten die wichtige Rolle von Gastfamilien für die interkulturelle Verständigung und schilderten ihre Erfahrungen aus der Praxis. Besonders hervorgehoben wurde der Wunsch nach mehr öffentlicher Anerkennung und einer breiteren politischen Kommunikation über den gesellschaftlichen Wert von Schüleraustausch und dem wichtigen Beitrag den Gastfamilien leisten für Weltoffenheit, Völkerverständigung, Toleranz und kulturelle Vielfalt in unserer Gesellschaft.

Sandra Khalatbari zeigte großes Interesse an den Anliegen. Sie ermutigte die Ehrenamtlichen auf Politiker*innen zuzugehen: „Es ist wichtig, dass ihr euch an uns wendet, euch einbringt und einmischt. Bleibt hartnäckig!“, betonte sie.

Gemeinsam diskutiert wurden unter anderem Möglichkeiten, weitere Botschafterinnen für die Kampagne zu gewinnen, die Öffentlichkeitsarbeit zu stärken und konkrete Maßnahmen wie einen Besuch des Abgeordnetenhauses für Gastfamilien zu realisieren. Khalatbari, bildungspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion und Vorsitzende des Ausschusses für Bildung, Soziales und Familie, sicherte zu, das Thema in ihre parlamentarische Arbeit mitzunehmen.

Besuch im Bundestag und Gespräch mit MdB Aydan Özoğuz (SPD)

Besuch im Bundestag und Gespräch mit MdB Aydan Özoğuz (SPD)

Gastfamilien Gastfamilienkampagne

Auf Einladung der Bundestagsabgeordneten und Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags Aydan Özoğuz (SPD) besuchten am 10. November mehr als 50 Gasteltern mit Gastkindern das Regierungsviertel in Berlin. Auf dem Programm standen ein Vortrag auf der Gästetribüne, ein persönliches Gespräch mit der Abgeordneten sowie ein Besuch der Reichstagskuppel.

Gastfamilie zu sein ist ein anspruchsvolles Ehrenamt. Familien öffnen für ein halbes oder ganzes Jahr ihr Zuhause und begleiten eine Austauschschülerin oder einen Austauschschüler während deren Zeit in Deutschland. Mit der Einladung in den Bundestag sollte dieses besondere Engagement gewürdigt werden.

Aydan Özoğuz, die auch den Ausschuss für Sport und Ehrenamt leitet, betonte im Gespräch die große Bedeutung des internationalen Schüleraustauschs für die Demokratie: Austausch schaffe Begegnung, baue Brücken und fördere gegenseitiges Verständnis. Als Patin des Parlamentarischen Patenschafts-Programms (PPP), eines Stipendienprogramms für den deutsch-amerikanischen Schüleraustausch, weiß sie, wie herausfordernd es derzeit ist, Gastfamilien zu finden. Umso mehr drückte sie den Gastfamilien ihren Dank und ihre Wertschätzung aus.

Im anschließenden Austausch wurde diskutiert, welche Hürden die Politik abbauen kann, um mehr Menschen für ein Ehrenamt als Gastfamilie zu gewinnen. So wurde von einigen Teilnehmenden beklagt, dass die Beschaffung von Visa und Aufenthaltsgenehmigungen aktuell einen hohen bürokratischen Aufwand für die Gastfamilien darstellt.

Der Bundestagbesuch war Teil der AJA-Gastfamilienkampagne „Offene Türen, offene Herzen – Austausch braucht Gastfamilien“, deren Botschafterin Aydan Özoğuz ist. Anne von Fircks, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit im AJA Arbeitskreis gemeinnütziger Jugendaustausch sagte dazu: „Wir danken Aydan Özoğuz herzlich für die Einladung in den Bundestag und für ihr Engagement für den internationalen Schüleraustausch. Ihr Einsatz zeigt, wie wichtig politische Unterstützung für das Ehrenamt der Gastfamilien ist.“

Eine Großfamilie als Gastfamilie

Eine Großfamilie als Gastfamilie

Gastfamilien

Familie Herzog aus Kamenz in Sachsen ist eine Großfamilie mit vier Erwachsenen aus mehreren Generationen und drei Kindern. Seit 2008 waren sie fünfmal Gastfamilie. Die Gastkinder kamen aus Uruguay, Argentinien und Aserbaidschan. Aktuell wohnt Edu aus Mexiko für bei ihnen. Er ist für einen Schüleraustausch nach Deutschland gekommen. Gastfamilie sind sie unter anderem aus Neugier geworden.

Gastmutter Sunny erklärt es so: „Wir haben gern Gäste in unserem Haus, warum also nicht junge interessierte Menschen aus der Welt? Es ist interessant, über andere Kulturen und Bräuche etwas zu lernen. Besonders schön war, dass alle Familien der Gastkinder uns auch besucht haben – genauso, wie wir gern zu Gast in ihren Ländern waren. Wir halten gemeinsam einen engen Kontakt. Es sind sehr liebe und aufgeschlossene Menschen.“

Einen Tipp für potentielle Gasteltern hat sie auch: „Seid offen für alles! Wenn ihr bereit seid, ein fremdes Kind als euer eigenes anzusehen, dann werdet Gasteltern! Für uns alle waren die Gastkinder eine echte Bereicherung.“

Fotos: Franz Josef

Raus aus dem Alltagstrott

Raus aus dem Alltagstrott

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Hallo! Wir sind Familie Schreyer aus Bayern: Uli und Sarah mit Aurelia (18) und Fiona (16). Ich (Sarah) war selber vor 30 Jahren Austauschschülerin und damals sogar zweimal Gastschwester. Jetzt ist die nächste Generation dran:  Aurelia hatte sich für ein Austauschjahr in Kanada mit YFU (Youth for Understanding) beworben und wir haben uns entschieden, in dieser Zeit eine Schülerin bei uns aufzunehmen, um einem jungen Menschen ein Austauschjahr zu ermöglichen und selber von dieser Erfahrung zu profitieren. Zuerst war Damarys aus Ecuador da, die aber nach drei Monaten zurückkehrte, weil sie überraschend einen Medizin-Studienplatz in den USA erhielt. Mit Damarys klappte das Zusammenleben super, deshalb wollten wir unsere Gastfamilien-Erfahrung gerne fortsetzten. Im Januar kam Mia aus Mexiko, eigentlich für ein halbes Jahr, aber sie fragte nach kurzer Zeit, ob sie auf ein ganzes Jahr verlängern könnte. Das freute uns natürlich und nach kurzer Überlegung und Rücksprache mit Aurelia in Kanada, die von dieser Idee gleich ganz begeistert war, waren wir einverstanden. Bevor Aurelia aus Kanada zurück kam, zogen wir im Haus noch zwei Zimmer um und jetzt sind wir zu fünft!

Natürlich bedeutet die Aufnahme eines Gastkindes eine Umstellung für das Familienleben, aber genau das macht auch den Reiz aus: Man wird ein bisschen aus seinem Alltagstrott herausgerissen, unternimmt auf einmal Dinge, die man schon lange nicht mehr gemacht hat, schon lange machen wollte oder auch komplett neu sind und lernt Vieles durch eine andere Perspektive kennen. Es macht Spaß, Mia unsere Region zu zeigen und selber neu kennenzulernen, aber auch, einfach den Alltag mit jemanden aus einer anderen Kultur zu teilen und miteinander immer vertrauter zu werden.

Wagt es und meldet euch als Gastfamilie – es lohnt sich!